“Stadionneubau auf dem Zeller Berg”

“Interessenausgleich Tennisclub”

Wer am Donnerstag, 11. Oktober,  in der Aula der Grundschule bei der Informationsveranstaltung bezüglich des Sachstands “Stadionneubau auf dem Zeller Berg” dabei war musste zum Ergebnis kommen, dass trotz konträrer Diskussionsbeiträge alles wohlfeil austariert und auch alle Interessenlagen berücksichtigt waren. Der eingekaufte, unverblümt für “pro große Lösung” agierende Moderator, trug seinen Teil zur “Wohlfühlatmosphäre” bei.

Aber halt, da war doch noch was!  Ach ja, die mit Beamer ausgestrahlten “NeubaupläneStadion”  zeigten auch die Anlage des benachbarten Tennisclub Zell-Aichelberg. Dieser, unser Club,  ist von dem Großbauvorhaben massiv bedroht,  fand aber in der Inforunde weder von Gemeindeverwaltung noch von Seiten der Gemeinderäte auch  nur mit einem Wort Erwähnung, so dass sich der 1. Vorsitzende unseres Clubs zu einem zusätzlichen Statement genötigt sah.

Bei der Erstellung der Pläne wurde der Tennisclub von Anfang an schlichtweg übergangen. Kaum zu glauben, dass das während der bisherigen fast 2-jährigen Planungsphase nur ein Versehen war. Obwohl wir uns vor Monaten schriftlich geäußert haben, finden unsere Interessen in den Plänen nirgendwo Berücksichtigung.

Trotz der drohenden massiven Beeinträchtigung hat sich unser Club dennoch zunächst in Vorstand und anschließend in der Mitgliederversammlung einstimmig dazu entschieden, unseren Nachbarclub, den TSG, in der Verwirklichung des großen Konzepts zu unterstützen, weil

1) ein betriebswirtschaftlicher Vergleich zu der alternativen, vom Investor Strabag jedoch  unbezuschußten kleinen Lösung, einen Vorteil für TSG/Gemeinde Zell von annähernd 1 Mio Euro ergibt und u.E. damit keine andere Entscheidung zulässig ist und

2) die geplante Bündelung  der  Leichtathletikaktivitäten einen bemerkenswerten Mehrwert mit allen nur denkbaren weiteren Entwicklungsmöglichkeiten für den TSG,  für die Gemeinde Zell und für die Region Voralb bietet.

Wir beglückwünschenden den TSG, zu dem wir schon immer gut nachbarschaftliche Beziehungen unterhalten, zu dieser außergewöhnlichen, herstellungskostenneutralen Möglichkeit des Sportstättenneubaus. Allerdings  erwarten wir von den Entscheidungsträgern  der Gemeinde  auch die Berücksichtigung der Interessen unseres Clubs. Das sind:

1) Aufstellung eines neuen Parkkonzepts, nachdem die bisherige Planung die Parkierung bis an unsere Terrasse vorsieht.

2) Während der vorgesehenen dreijährigen Bauphase mit etwa 20.000 LKW-Bewegungen ist an einen geordneten Spielbetrieb im Tennisclub nicht mehr zu denken. Wir müssten für diesen Zeitraum in Tennishallen ausweichen und erwarten hierfür die volle Kostenübernahme im Rahmen des Gesamtkonzepts.

3) Durch die geplante Höhe des Stadionneubaus versinken  optisch unsere bisher schon tiefer liegenden Tennisplätze vollends in einer Senke mit allen damit zusammenhängenden Unwägbarkeiten (u.a. Grundwasser), eingezwängt zwischen Stadion und Autobahnzubringer. Wir erwarten hierfür einen ausreichenden finanziellen Ausgleich  oder aber besser analog zu den Maßnahmen beim TSG, die Anhebung unserer Plätze auf die topografische Höhe unserer Terrasse, ebenfalls durch bezuschusste Aufschüttung von Erdreich. Dies macht Sinn vor dem Hintergrund der so oder so kurzfristig anstehenden  Grundsanierung unserer Tennisplätze. Im Übrigen sprechen wir hier von einer Größenordnung des imaginären Zinsaufwands für weniger als 2 Jahre für den  in Rede stehenden Stadionneubau,   die  problemlos aus dem geplanten Überschuss bedient werden könnte.

Die geplanten Maßnahmen auf dem Zeller Berg sind für unseren Club   mit Blick auf zu befürchtende Mitgliederabgänge existenzbedrohend. Wir fordern die Entscheidungsträger auf, sich dieser Sache anzunehmen.”